Akustikprojekt Kinderhaus Benjamin: Gute Raumakustik trifft Denkmalschutz

Wie verbessert man die Raumakustik in einer Kindertagesstätte, wenn die Akustikelemente nicht nur kindgerecht, robust und alltagstauglich sein müssen, sondern gleichzeitig die Anforderungen beim Denkmalschutz zu berücksichtigen sind?

Vor genau dieser Aufgabe standen wir im Kinderhaus Benjamin in Großschönau. Im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Kreisverband Görlitz, entwickelten und realisierten wir eine Akustiklösung, die sich sensibel in die vorhandene Gebäudestruktur und Raumgestaltung einfügt.

Dabei war für uns entscheidend: Die akustische Optimierung sollte nicht gegen den Charakter des Gebäudes arbeiten, sondern sich möglichst selbstverständlich in das bestehende Umfeld integrieren.

Akustische Optimierung in denkmalgeschützter Umgebung

Bei Projekten in denkmalgeschützten Gebäuden müssen wir Akustik immer im Zusammenspiel mit der vorhandenen Architektur betrachten.

Nicht jede Fläche kann beliebig verändert oder für akustische Maßnahmen genutzt werden. Umso wichtiger ist es, geeignete Positionen für die Absorber zu finden und die vorhandenen Wand- und Deckenflächen gezielt in das Akustikkonzept einzubeziehen.

Für das Kinderhaus Benjamin bedeutete das: Akustische Wirksamkeit, Denkmalschutz, Gestaltung und die Anforderungen des Kita-Alltags mussten miteinander in Einklang gebracht werden.

Durch die gezielte Auswahl und Positionierung der Akustikelemente konnten wir die notwendigen akustisch wirksamen Flächen schaffen und gleichzeitig auf die besondere bauliche Situation Rücksicht nehmen.

Auf die richtige Position kommt es an

Für eine gute Raumakustik ist nicht allein die Menge der eingesetzten Absorber entscheidend. Mindestens ebenso wichtig ist deren Position im Raum.

Bei unserer Planung betrachteten wir deshalb Wand- und Deckenflächen gemeinsam und stimmten die unterschiedlichen Akustikelemente gezielt aufeinander ab.

Zum Einsatz kamen magnetische Stoffelemente MET, Akustikkreise M an der Decke sowie Stoffkreise SONUS.

Gerade unter den besonderen Rahmenbedingungen des Denkmalschutzes ermöglicht uns die Kombination verschiedener Elemente, akustisch wirksame Flächen dort zu schaffen, wo sie sinnvoll eingesetzt werden können, ohne den bestehenden Raumeindruck unnötig zu beeinträchtigen.

Magnetische Akustikelemente auf Kinderhöhe

Eine Besonderheit des Projekts sind die magnetischen Stoffelemente MET.

Ein Teil der Akustikelemente befindet sich bewusst in Reichweite der Kinder. Das stellte uns bei der Planung vor eine interessante Frage: Welche Montagehöhe ist akustisch sinnvoll und gleichzeitig optimal für die Kinder?

Denn die magnetischen Elemente sind nicht nur Akustikabsorber. Ihre Flächen können im Kita-Alltag aktiv genutzt werden und sollten deshalb für die Kinder gut erreichbar sein. Die Höhe der Elemente wurde entsprechend abgestimmt. So wird aus einer akustisch wirksamen Wandfläche gleichzeitig eine nutzbare Fläche für die Kinder.

Robust und alltagstauglich

Was sich in Reichweite kleiner Kinderhände befindet, muss einiges aushalten können.

Deshalb spielten bei der Auswahl der Elemente neben der akustischen Wirkung auch Robustheit, Widerstandsfähigkeit und Reinigungsfreundlichkeit eine wichtige Rolle.

Die eingesetzten Stoffelemente verbinden die notwendige akustische Funktion mit Eigenschaften, die im täglichen Betrieb einer Kindertagesstätte wichtig sind.

Für uns ist das ein wesentlicher Bestandteil einer guten Akustikplanung: Wir betrachten nicht nur den Raum und seine akustischen Anforderungen, sondern auch die Menschen, die ihn jeden Tag nutzen.

Wand und Decke im Zusammenspiel

Neben den magnetischen Stoffelementen MET setzten wir Akustikkreise M an der Decke und Stoffkreise SONUS ein.

Durch die Kombination unterschiedlicher Formen, Flächen und Positionen konnten wir die Akustikelemente gezielt im Raum verteilen.

Das war gerade mit Blick auf die denkmalgeschützte Bausubstanz von Bedeutung. Wo Eingriffe nur eingeschränkt möglich oder gestalterisch nicht sinnvoll sind, muss die verfügbare Fläche umso gezielter genutzt werden.

Die optimale Positionierung der Akustikelemente war deshalb ein wesentlicher Bestandteil unserer Planung und trägt entscheidend zum gewünschten akustischen Ergebnis bei.

Nur zwei Tage Umbau – im laufenden Betrieb

Auch die Umsetzung selbst brachte eine besondere Anforderung mit sich: Die Montage erfolgte im laufenden Kita-Betrieb.

Innerhalb von nur zwei Tagen konnten wir die vorgesehenen Akustikmaßnahmen realisieren.

Und unsere jüngsten Zuschauer waren direkt dabei: Im Vorfelde waren sie bei der Farbauswahl für die Akustikelemente der jeweiligen Räume mit einbezogen worden.

Und später konnten die Kinder beobachten, wie die neuen Elemente montiert wurden und sich ihre Räume veränderten.

Gerade die magnetischen Elemente machen die neue Akustik für die Kinder anschließend unmittelbar erlebbar. Die Flächen befinden sich auf einer für sie geeigneten Höhe und können aktiv in den Kita-Alltag einbezogen werden.

„Als ich zum ersten Begehungstermin erschienen bin, war ich sofort begeistert, wie es der Kitaleiterin Frau Erfurt gelungen ist, mit viel Geschmack und Kreativität Ihre Einrichtung zu einer Perle zu machen. Umso mehr freut es mich, mit unseren Akustikelementen ein Stück Wohligkeit beitragen zu dürfen.“ – Zitat Peggy Schlüter.

Das Projekt geht weiter

Mit den bisher umgesetzten Maßnahmen ist die akustische Optimierung des Kinderhauses Benjamin noch nicht abgeschlossen.

Als nächste Bereiche sollen der Flur und der Eingangsbereich betrachtet werden. Auch für das Treppenhaus ist eine akustische Optimierung vorgesehen.

Hier kommen weitere Anforderungen hinzu. Neben dem Denkmalschutz müssen wir im Treppenhaus insbesondere die erhöhten Anforderungen an den Brandschutz berücksichtigen. Für die weitere Planung sind daher geeignete akustische Lösungen unter Berücksichtigung der erforderlichen Brandschutzklasse A2 gefragt.

Wir freuen uns darauf, die akustische Optimierung des Kinderhauses gemeinsam fortzuführen.

Projektinformationen

Projektbeteiligte

Auftraggeber:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Kreisverband Görlitz
Bahnhofstraße 13
02779 Großschönau

Kitaleitung:
Uta Erfurt
Kinderhaus Benjamin
Hauptstraße 84
02779 Großschönau

Projektleitung ORG-DELTA:
Peggy Schlüter

Akustische Elemente, die zum Einsatz gekommen sind:

Absorber-Kreise M
https://www.org-delta.de/schule-kita-akustik/deckenloesungen/absorber-kreise/absorber-kreise-m/

Absorber-Elemente Stoff MET – magnetisch nutzbar als Memoboard
https://www.org-delta.de/schule-kita-akustik/wandloesungen/absorber-elemente-stoff/magnetisch-bepinnbar/

 

Wir bedanken uns herzlich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. sowie bei Frau Uta Erfurt für das entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme Zusammenarbeit.

 

Mehr über unseren Service erfahren Sie hier:

 

Hinweis: Erstellt mit Liebe, Wissen und KI Unterstützung.

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